E-BIKE SCHLATUNG: WELCHE IST DIE BESTE?


E-Bikes haben in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Das liegt nicht zuletzt an der immer besseren Technik, die diese Fahrräder auszeichnet. Insbesondere die Schaltung ist ein wichtiges Thema. Worauf es bei E-Bike Schaltungen ankommt und welche Schaltung – Kettenschaltung oder Nabenschaltung – die beste ist, erklären wir in diesem Blogpost.

SCHALTUNG AM FAHRRAD – EIN BLICK IN DIE GESCHICHTSBÜCHER

Die Idee, am Fahrrad Gänge mit unterschiedlichen Schwierigkeiten zu verwenden, ist fast so alt wie das Velo selbst. Bereits im Jahr 1869 wurde auf dem «Salon du vélocipède de Paris» der Prototyp eines Schaltwerks vorgestellt, der französische Langstreckenfahrer Paul de Vivie verwendete Berichten zufolge auf einer Tour im Jahr 1889 unterschiedliche Kettenblätter und 1895 soll Jean Loubeyre den «Polycelere» vorgestellt haben, das erste echte Schaltwerk, angeboten im Katalog der «Compagnie Générale des Cycle».

Knapp 130 Jahre später gehört die Schaltung zur Grundausstattung eines so gut wie jeden Fahrrades. Sie erleichtert das Anfahren aus dem Stand, ist der beste Freund des Radfahrers, wenn es bergauf geht und sie sorgt dafür, dass man auch dann die Knie schonen und die Anstrengung niedrig halten kann, wenn der Wind in der Ebene direkt von vorne bläst. Doch Schaltung ist nicht gleich Schaltung. Genauso wie sich die Einsatzgebiete der verschiedenen E-Bike Modelle – vom E-Mountainbike bis hin zum E-City-Bike – unterscheiden, so gibt es auch verschiedene Schaltungsmodelle, die auf die jeweiligen Verwendungszwecke der Elektrofahrräder abgestimmt sind.

E-BIKE SCHALTUNG: WELCHE TYPEN GIBT ES?

Prinzipiell unterscheidet man am E-Bike zwei Schaltungstypen: Kettenschaltungen und Nabenschaltungen. Die gebräuchlichste Form der Schaltung bei Fahrrädern ist dabei die Kettenschaltung. Sie besteht aus Ritzeln, die per Kette mit Kettenblättern verbunden sind. Dazu gibt es einen Umwerfer und ein Schaltwerk. Die meisten Kettenschaltungen werden durch am Lenker montierte Schalthebel gesteuert, die den Umwerfer bzw. das Schaltwerk veranlassen, die Schaltseile zu schieben oder zu ziehen und somit den Gangwechsel mechanisch zu bewerkstelligen. Es gibt aber inzwischen auch elektrische Schaltungen, die den Befehl zum Gangwechsel per drahtloser Kommunikation erledigen. Kettenschaltungen haben ihre Vorteile vor allem im Gelände: So findet man für jede Steigung den richtigen Gang und kann die eigene Energie und die Kraft des Motors besser nutzen. Der Nachteil ist der hohe Wartungsaufwand, da die offenliegende Schaltung schmutz- und störanfälliger ist.

Der andere häufig verbaute Schaltungstyp ist die Nabenschaltung. Ihren Namen verdankt diese E-Bike Schaltung der Tatsache, dass sie in der Hinterradnabe untergebracht ist. Die Gänge werden bei einer Nabenschaltung über ein sogenanntes Planetengetriebe gewechselt. Bei dieser Getriebeart drehen sich mehrere Zahnräder kreisförmig um ein Rad in der Mitte und sorgen so für die entsprechende Übersetzung. Die Bedienung ist mit einem einfachen Drehgriff am Lenker gewöhnlicherweise einfach gehalten und funktioniert auch, wenn man an einer Ampel stillsteht. Nabenschaltungen sind in den letzten Jahren sehr beliebt geworden, da sie einen sehr grossen Gangbereich bieten, ohne viel Platz am Fahrradrahmen zu beanspruchen. Die Nabenschaltung hat den Vorteil, dass sie im Vergleich zur Kettenschaltung sehr leicht zu bedienen ist und sehr robust bzw. wartungsärmer ist. Ausserdem läuft sie nahezu geräuschlos. Bestimmte Nabenschaltungen bieten darüber hinaus stufenlose Gangwechsel, die den Schaltkomfort zusätzlich erhöhen. Die Frage nach der Anzahl der Gänge oder der Wahl des richtigen Gangs stellt sich bei diesen Modellen nicht.

DIE RICHTIGE E-BIKE SCHALTUNG FÜR DEN JEWEILIGEN E-BIKE MOTOR

Achtung: Nicht jeder Schaltungstyp funktioniert mit jedem Motorentyp. So ist die Wahl der richtigen E-Bike Schaltung auch davon abhängig, um welchen Motorentyp es sich beim jeweiligen Elektrovelo handelt: Vorderradmotor-, Hinterradmotor- oder Mittelmotor-Antrieb.

Der Vorderradmotor ermöglicht alle gängigen Schaltungsvarianten im Hinterrad – sowohl mit Rücktrittbremse als auch mit Leerlaufnabe. Der Hinterradmotor verhindert dagegen aufgrund seiner Platzierung im Hinterrad den Einsatz einer Nabenschaltung. Die Ausnahme ist eine im Hinterradmotor integrierte Nabe, weshalb E-Bikes mit Hinterradmotor vorwiegend mit Kettenschaltungen ausgestattet sind.

Bei einem Elektrovelo mit Mittelmotor wird die Antriebsleistung des Mittelmotors an das Hinterrad weitergeleitet. Der Vorteil ist, dass die Leistung des Motors durch das Schaltgetriebe über das Schaltgetriebe nochmals übersetzt wird. Dies führt zu einem beträchtlichen Drehmoment am Hinterrad, was an Steigungen sehr nützlich ist. Der Nachteil ist, dass die gesamte Kraft des Antriebs und der Fahrerin oder des Fahrers auf die Schaltung übertragen wird. Die meisten Nabenschaltungen sind jedoch nur für die Tretkraft

einer Person ausgelegt und nicht für die kombinierten Antriebskräfte von Mensch und Motor. Daher wird die Kraft der Mittelmotoren bei den meisten Nabenschaltungen gedrosselt.

KETTENSCHALTUNG VS. NABENSCHALTUNG: WELCHE E-BIKE SCHALTUNG IST DIE BESTE?

Welche ist nun die beste E-Bike Schaltung? Die Kettenschaltung am Elektrofahrrad? Oder die Nabenschaltung am Elektrofahrrad? Letztlich hängt die Antwort auf diese Frage von den jeweiligen Vorlieben des Fahrers und seinem Fahrstil ab. Wenn man eine sanfte Fahrt mit wenig Wartung wünscht, wäre eine Nabenschaltung eine gute Wahl. Auf langen Touren über mehrere Etappen spielen Nabenschaltungen wegen ihrer Robustheit oftmals ihre Vorteile gegenüber Kettenschaltungen aus. Auch bei City-Bikes, die bei Wind und Wetter auf dem Arbeitsweg genutzt werden, können Nabenschaltungen die bessere Wahl sein. Gerade bei Stadt-E-Bikes werden Nabenschaltungen zudem oft mit einem Riemenantrieb kombiniert, der zusätzlich für eine leise und wartungsarme Fahrt sorgt. Eine Nabenschaltung ist darüber hinaus bei häufigem Stoppen und Wiederanfahren von Vorteil, da die Gänge auch im Stand gewechselt werden können.

Wenn eine grössere Flexibilität gewünscht wird, ist hingegen eine Kettenschaltung die bessere Variante. E-Mountainbikes oder sportliche E-Trekkingbikes sind deshalb meist mit einer Kettenschaltung ausgestattet. Ihre Vorteile spielt die Kettenschaltung hier aber nicht nur wegen der grösseren Anzahl an Gängen aus, sondern auch wegen der höheren Belastbarkeit: So kann die Kettenschaltung in Elektrofahrrädern die höchsten Drehmomente verarbeiten.

Eine Besonderheit bei E-Bike Schaltungen sind – wie im Vorfeld bereits erwähnt – übrigens elektronische Schaltungen, die mit dem Antriebssystem kommunizieren können. Die Gangschaltung steht bei diesen Modellen jederzeit in Kontakt mit den Sensoren des Antriebssystems. Das System erkennt, ob man in der richtigen Übersetzung fährt und gibt bei Bedarf eine Schaltungsempfehlung, die auf der Trittfrequenz, der Kraft und der Geschwindigkeit basiert. Das spart nicht nur Strom und schont den Akku des E-Bikes, sondern reduziert auch den Wartungsaufwand für die Schaltmaterialien. Elektronische Schaltungen werden daher immer häufiger eingesetzt und finden sich an immer mehr E-Bike Modellen.

Übrigens: Eine Frage, die im Zusammenhang mit E-Bike Schaltungen im Übrigen auch sehr oft gestellt ist, ist die Frage nach der Anzahl der Gänge: Wie viele Gänge braucht man am E-Bike? Auch hier lautet die Antwort ganz klar «Das kommt darauf an».

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23.02.2022